Mittwoch, 14. Dezember 2016

Buchrezension: Powerfood – vegan von Sibylle Sturm




„Powerfood – vegan: Superfoods & 100 Rezepte für mehr Energie“ von Sybille Sturm hat 192 Seiten und kostet ca. 20€.
Es beinhaltet die Themen Power-Frühstück, für zwischendurch, Salatbüfett, aus dem Topf, jetzt was Gscheits, was Süßes geht immer, heiße & kalte Drinks und Menüvorschläge sowie eine Einleitung und ein Register.
Das Buch enthält einige glutenfreie Rezepte, die im Register auch gekennzeichnet sind. Um sie bunt hervorzuheben, muss man sich allerdings kurz Zeit nehmen und sie selbst markieren. Dabei kann man auch gleich noch die Gerichte als glutenfrei markieren, die von Haus aus glutenfrei sind. Darauf wurde hier leider vergessen.
Anscheinend wurde auch weitgehend auf Soja verzichtet.
Ich nehme nur gerne deutlich weniger Agavendicksaft.
Die Zutaten sind nicht zu teuer, obwohl im Titel von „Superfoods“ die Rede ist. Superfoods müssen also nicht immer exotisch sein.
Sybille Sturm hat ihre Kreationen selbst fotografiert, und dabei wirklich einen guten Job gemacht. Sie hat auf übertriebenes Food-Styling verzichtet, sodass das Resultat auf dem eigenen Tisch den Fotos sehr nahe kommen kann.
Zusätzlich zu den tollen Fotos und den Rezepten, werden einem auch immer wieder kleine Infos zu den Lebensmitteln serviert. Das ist ein nettes Gimmick.
Die Menüvorschläge  für verschiedene Anlässe und Jahreszeiten sind vielleicht hilfreich, wenn man nicht so erfahren ist. Nur das „die Freunde kommen“-Menü ist sehr karottenlastig.

Mit „Ofengemüse mit Tomatensalsa und Avocado-Dip“ kann man gar nicht falsch liegen. Zu der Tomatensalsa passt Petersilie noch sehr gut dazu. Hier geht es zu unserem Ofengemüse: https://veganohnesoja.blogspot.co.at/2017/07/ofengemuse.html, http://felicitassummer.blogspot.co.at/2015/04/vegane-ofen-falafel-mit-ofen-gemuse.html
Auch den „Auberginen-Kichererbsen-Topf mit Walnüssen und Rosinen“ haben wir schon oft gemacht. Nur dass in dem Rezept keine Walnüsse und Rosinen vorkommen, vielleicht würde es aber wirklich gut dazu passen. Da ich nicht immer Auberginen zuhause habe, und auch nicht immer Lust drauf, nehme ich manchmal einfach Zucchini. Kichererbsen mit Tomaten und Gemüse schmeckt quasi immer. Nur muss man, wenn man einen empfindlichen Magen hat, unbedingt darauf achten, dass die Kichererbsen gut durchgekocht sind, und/oder die Kichererbsen mit wenig Weinsteinbackpulver kochen! Ich habe nach diesem schnellen Rezept anfangs unter Bauchschmerzen gelitten. Mit den beiden Tricks schmeckt es aber ganz ohne lästige Nebenwirkungen. Natürlich kann man das Gericht quasi unendlich variieren, mit anderen Gewürzen, anderem Gemüse und verschiedensten Beilagen.
Zum „Linsengemüse im Blätterteigmantel“ habe ich sogar einen eigenen Blogpost geschrieben: http://felicitassummer.blogspot.co.at/2015/04/veganes-linsengemuse-im.html Dieses Gericht habe ich häufig serviert, wenn wir Gäste hatten.
Als Salat passt dazu zum Beispiel ihr „Rote-Bete-Salat mit Karotten und Sesam“. Ich habe so einen Salat auch früher schon zubereitet, und dabei ein anderes Dressing verwendet. Ich nehme Dattelessig und Pistazienöl, und rasple die Karotten klein. Ihre Variante ist aber sicher auch sehr lecker und kommt ohne exotische Zutaten aus.
Als Vorspeise eignet sich Sybilles Version eines altbekannten Gerichtes „Tomatensuppe mit Mandelmilch-Schaum“.  Das schmeckt jedem.
Die „Hafer-Kokos-Kugeln“ sind sehr lecker (siehe Bild ganz unten). Statt Pflanzenbutter verwende ich Kokosöl. Und statt dem Agavendicksaft verwende ich Vollrohrzucker.
Der „Quinoasalat mit Rosinen und geröstetem Gemüse“ eignet sich sehr gut für unterwegs. Er schmeckt und hat so wenig Dressing, dass keine Auslaufgefahr besteht. Statt Quinoa haben wir Couscous verwendet. Damit ist es zwar nicht mehr glutenfrei, aber günstiger, wenn man eine Gruppe verköstigen möchte.
Das einzige Rezept, das uns bisher nicht zugesagt hat war die „Spinat-Erbsen-Suppe mit Kartoffel-Würfeln“. Sie war einfach viel zu wässrig für uns (aber Suppe muss ja auch nicht immer cremig sein) und auch nicht wirklich nach unserem Geschmack.
Das „Karotten-Zucchini-Rösti“ hat zwar eine halbe Ewigkeit gedauert, da es viel zu wässrig war, aber schlussendlich kam etwas dabei heraus, das (angesichts der Zutaten: befremdlich) nach Wild geschmeckt hat. Wir haben folglich Preiselbeermarmelade dazu gegessen. Falls ich das Rezept noch einmal ausprobiere, werde ich die Zucchini und Kartoffeln zuerst salzen, vielleicht eine halbe Stunde warten, sie gegen ein feinmaschiges Sieb drücken und sie so entwässern. Oder ich werde zuerst gesottene Kartoffeln machen, diese schälen und pürieren, und damit weiterarbeiten. Vor allem meinem Mann hat es jedenfalls hervorragend geschmeckt. Es war nur sehr zeitaufwändig.
Es sind aber noch ganz viele Rezepte in dem Buch, die lecker wirken. Und nachdem die anderen, die wir ausprobiert haben, echt lecker geschmeckt und super funktioniert haben, ist das nicht tragisch.
Die Rezepte für Pflanzenmilch, Nussmus, Pflanzenbutter, Quittengelee, Preiselbeerkompott, Crunch-Müsli, Gemüsebrühe und Bolognese muss man leider anderswo suchen (z.B. im Internet oder in anderen Kochbüchern), oder man kauft sie einfach fertig. Trotzdem werden größtenteils frische Zutaten verwendet. Im Vergleich zu anderen Kochbüchern, kann man sich hier wirklich nicht beschweren. Und wenn eine Nussmischung nötig ist, kann man einfach seinen eigenen Vorlieben folgen.

Es ist definitiv eines meiner meist genutzten Kochbücher. Ich koche zwar fast immer ohne Rezept, aber ich blättere gerne und wenn Gäste kommen verlasse ich mich doch immer wieder gerne auf meine beiden Lieblings-Autoren (Sybille Sturm und Richa Hingle).
Hier geht es zum Buch: http://amzn.to/2hvN5nR
Hier geht es zu ihrem neuesten Buch "Gutes Karma Food: Rezepte für ein besseres Ich": http://amzn.to/2p9shWc
(Außerdem hat Sibylle Sturm auch noch ein Buch über Selbstgemachtes aus Beton geschrieben: http://amzn.to/2htlYw6, http://felicitassummer.blogspot.co.at/2015/06/buchrezension-oh-beton-dekoratives-und.html)



Zusammenfassung:
Sprache: deutsch 

Ansprechendes Design: absolut (sehr schöne Bilder, keine "Seitenfüller", keine Selbstbeweihräucherung)
Gute Lesbarkeit: generell ja, aber variiert (je nach Hintergrundbild und Schriftfarbe)
Gelingsicherheit: zu 90% gegeben (generell weniger Süßen kann nicht schaden, und manchmal ist etwas zu wässrig)
Schmackhaftigkeit: zu 95% gegeben
Basisrezepte: nein
Rezeptbilder: ja, immer 
Angaben von Varianten: nein 
Zeitangaben bei den Rezepten: ja
Nährwertangaben: nein
Hintergrundinformationen: kurz & knackig (zu den Themen: Zutaten, Utensilien, Küchentricks & -tipps)
Sojafrei: scheint so, ja
Glutenfrei: größtenteils
Ohne Haushaltszucker: ja, aber mit viel Agavendicksaft
Ohne Margarine: größtenteils
Preis-Leistungs-Verhältnis: passt
Würde ich es wieder kaufen? JA!


Falls ihr ein veganes Lieblings-Kochbuch habt, verratet es uns doch bitte in den Kommentaren! :)

Alles Gute!
Dietlind




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